Geschichte des Pfeifturms


Der Pfeifturm und die Moritzkirche bilden eine Einheit. Die am 21.September 1234 geweihte Kirche mit dem Glockenturm steckt noch in wesentlichen Teilen im heutigen Bau, jedoch waren Kirche und Turm erheblich niedriger.

Nach 1300 wurden Kirche und Turm aufgestockt und das Mittelschiff auf die annähernde Proportion 1:2 gebracht (Mittelschiffbreite zu Mittelschiffhöhe).
Während der Glockenturm (Höhe 75 m ), durchbrochen von romanischen Klangarkaden, noch dem Bau des 13. Jahrhunderts angehört, ist der ihm diagonal gegenüberliegende Pfeifturm
( Höhe 63 m ) ein schlanker, grazilerer, gotischer Turm mit umlaufender Galerie.

Der eigentliche Pfeifturm dürfte mit der Kirche im 13. Jhd. entstanden sein, doch durch die Vergrößerung auf 1:2 fügte man wahrscheinlich den unteren Teil des Turmes in den Baukörper der Kirche ein und ein neuer Aufgang wurde an den Turm angebaut.

Die kunstvoll ornamentierte Steinbalustrade stammt aus der Zeit um 1520. Die Bekrönung des Turmes erhielt ihre heutige barocke Gestaltung mit geschwungenem Heim und durchbrochenem, laternenartigem Aufsatz erst im Jahre 1720 (M. A. Prunnthaler) anstelle der mittelalterlichen, wahrscheinlich auch baufällig gewordenen Abschlüsse.

Eine besondere Zierde des Turmkörpers ist das an der Südwestecke auf einer Wappenkonsole angebrachte, großartige "Erbärmdebild Christi ", der die Hände über der Stadt ausbreitet.

Pfarrer Prof. Peter Stevart, der sich in St. Moritz unter der Orgelempore an der Nordwand ein Marmorepitaph setzen ließ, als er 1624 nach langem Wirken an der Universität wieder in seine Heimat nach Lüttich zurückkehrte, hat diese monumentale Figur am 5.April 1601 gestiftet. Sie ist wohl ein Werk des Ingolstädter Bildhauers Hieronymus Sarder.

Mit dieser Heilandfigur ist die Legende eines polnischen Studenten verbunden, der dieser Statue geflucht habe und tot zusammengebrochen sei, da habe Christus über ihm die Hände erhoben.

Um auf die Galerie des Pfeifturms zu gelangen, muss man erst die 53 Stufen des angesetzten Aufgangs und dann die restlichen 148 Stufen hinaufsteigen.

   
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